Gold-Recycling – Funktion und Ertrag

Das wohl bekannteste Edelmetall wird seit Jahrhunderten für die verschiedensten Zwecke in Minen abgebaut oder aus Flüssen gewaschen. Doch, es handelt sich um keinen nachwachsenden Rohstoff, daher wird es immer schwieriger neue Goldfelder zu erschließen. Recycling soll Abhilfe schaffen. Außerdem soll dieses Vorgehen dabei helfen den oftmals sehr umweltschädigenden Abbauprozess zu umgehen. In Scheideanstalten wird das Edelmetall aufgearbeitet und wiedergewonnen.

Wie funktioniert Gold-Recycling?

Hinter dem Begriff steht jede Art Gewinnung des Edelmetalls aus bereits verarbeiteten goldhaltigen Produkten. Das World Gold Council fügt der Definition hinzu, dass nur von recyceln gesprochen werden kann, wenn jemand dafür bezahlt, also z.B. eine Scheideanstalt Zahnprothesen angekauft hat.

Bekannte Scheideanstalten in Deutschland sind unter anderem:

  • Heimerle + Meule GmbH
  • ESG Edelmetall-Service GmbH
  • AGOSI

Hierzulande ist Pforzheim das wichtigste Zentrum in Bezug auf Goldrecycling. International betrachtet, sind in der Schweiz die bekanntesten Scheideanstalten ansässig. So zum Beispiel der globale Marktführer Valcambi und die weltweite Nummer 2: Metalor.

Um Gold zu recyceln, gibt es aktuell drei verschiedene Methoden, die von Fall zu Fall auch hintereinander durchgeführt werden. Diese sind:

  1. Schreddern, mahlen, sieben

Bei diesem Vorgehen bearbeitet man das vorliegende Gut. Die mechanische Aufbereitung umfasst die genannten Tätigkeiten in der gewählten Reihenfolge. So erhält man eine homogene Struktur.

  1. Pyrolyseverfahren

Unter hoher Temperatur wird das Scheidgut verascht und schließlich eingeschmolzen.

  1. Nasschemisches bzw. Aufschluss-Verfahren

In einem ersten Schritt wird das Gold durch Salz- und Salpetersäuremischungen gelöst, anschließend durch Schwefeldioxid reduziert, um daraufhin mittels Elektrolyse isoliert.

Würde man zuhause Gold aus technischen Produkten recyceln wollen, müsste man die Geräte in mühsamer Handarbeit in ihre Kleinteile zerlegen. Dann die goldbehafteten Teile in ein Säure-Bad eingelegen. Was schließlich dazu führt, dass eine schlammige Substanz entsteht, aus welcher man das Gold heraussieben kann.

Wie Goldschmuck und -münzen recycelt werden, ist diesem Beitrag zu entnehmen.

Zum Recycling eignen sich verschiedene Arten von Altgold: Kontakte aus Technikprodukten, Zahnprothesen oder auch Bruchgold. Häufig werden sowohl in der Industrie als auch bei der Schmuckherstellung jedoch Legierungen verwendet. Diese aufzutrennen ist alles andere als leicht oder kostengünstig. Gerade bei Verbindungen mit Platin, wie sie häufig bei Zahnprothesen vorkommen, fallen beim Recycling von einem Kilo Kunstzähne etwa 200 € Nebenkosten an.

Wie viel Gold kann so gewonnen werden?

Die zu gewinnende Goldmenge ist abhängig vom zu recycelnden Produkt. Beim Recycling greift man auf Altgold oder Industriegüter zurück. Altgold mit einem hohen Anteil des Edelmetalls, wie beispielsweise Schmuck, Barren oder Münzen haben häufig einen Anteil von über 90 %. Aus diesem Grund eigenen sie sich besonders gut zum Recyceln. Bei industriell hergestellten Produkten oder Bauteilen liegt der Goldanteil hingegen nur bei 5 bis 10 % in Bezug auf das Gesamtgewicht. Dementsprechend ist auch die Menge an Gold, die sich daraus recyceln lässt, relativ gering.

Bei Mobiltelefonen kann beispielsweise 1/40 g Gold pro Handy oder Smartphone gewonnen werden. Dieser geringe Anteil ist bereits eine rentable Menge. Im Vergleich: Bei einer Tonne Leiterplatten gewinnt man lediglich mehrere hundert Gramm des Edelmetalls.  Die größten Mengen lassen sich aus Altgold mit einem hohen Anteil des Edelmetalls recyceln.

Gepostet von / September 13, 2018
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