Leistungssteigerung von Kfz-Motoren – Chip und Motortuning ohne Eintragung rechtlich?

Es gibt einige Methoden die Leistung eines Kfz-Motors zu steigern. Dies geschieht in der Regel durch eine Änderung der im Werk der Herstellung festgelegten und umgesetzten Vorgaben zur Steuerung der elektronischen Komponenten der Steuerung des Motors im Kfz. Dabei erhält der Motor des Kfz ein Motortuning. Dies ermöglicht mehr Leistung.


Wird an einem Fahrzeug eine Veränderungen vorgenommen, muss auch – wie bei vielen anderen Dingen – zunächst ein amtlich anerkannter Prüfer oder ein zugelassener Sachverständige die Veränderung abnehmen. Solche anerkannten Prüfer oder zugelassenen Sachverständige finden sich beider DEKRA oder beim TÜV. Damit die Betriebserlaubnis des jeweiligen Fahrzeuges nicht erlischt, ist zudem die Änderung in Teil I und Teil II der Zulassungsbescheinigung einzutragen. Geschieht keine entsprechende Eintragung wie oben beschrieben, darf das Kfz nicht mehr im öffentlichen Verkehr bewegt werden.

Geltendes Recht ist einzuhalten

Geltendes Recht ist immer beim Umbau des Motors eines Kfz einzuhalten. Seriöse Anbieter haben daher auch ein sogenanntes Teilegutachten, welches sie bei allen Aufträgen grundsätzlich dem Kunden an die Hand geben. Solche Gutachten sind erforderlich, um eine ordnungsgemäße Eintragung zu erlangen. Anbieter, welche vom Kunden zusätzlich für diese Gutachten hohe Kosten verlangen, sind unseriös. Spätestens bei der Hauptuntersuchung fallen Kfz mit einer veränderter Software der Motorsteuerung sofort auf. Dies hat dann die sofortige Erlöschung der Betriebserlaubnis des Kfz zur Folge.

Erlöschung der Betriebserlaubnis und deren Folgen

Ist die Betriebserlaubnis des Kfz durch die nicht abgenommene Veränderung der Software der Motorsteuerung erloschen und bewegt sich das Kfz dennoch im öffentlichen Raum, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, welche Punkte und Geldbuße nach sich zieht. Auch kann es zu einer Untersagung der Weiterfahrt kommen. Nicht unbeachtlich ist auch die Tatsache, dass durch eine nicht abgenommene und damit unzulässige Veränderung am Kfz der Versicherungsschutz erlischt. Es sollte daher jede Änderung der Bauart geprüft werden, um zu klären, ob eine entsprechende Abnahme und die damit verbundenen Eintragungen in Teil I und Teil II des Fahrzeugscheines erforderlich sind.

Rechtlicher Rat

Erhält oder ist es geplant den Motor eines Kfz einem Motortuning  oder Chiptuning zu unterziehen, kann es unter Umständen Sinn machen sich vorab bei einem Anwalt des Vertrauens rechtlich beraten zu lassen. Dies erspart unter Umständen auch teure Folgen einer unerlaubten Handlung und bietet zudem Sicherheit in rechtlicher und auch versicherungstechnischer Hinsicht. Motortuning ist ein nachhaltiger Eingriff in die Technik und bauliche Art eines Kfz. Dies kann auch Gefahren bei der Frage nach der Garantie des Herstellers des Kfz bedeuten. Ab Werk werden Fahrzeuge mit entsprechenden Vorgaben ausgeliefert. Ändert der Kunde diese eigenmächtig und ohne eine Prüfung und Abnahme durch einen anerkannten Prüfer oder einen zugelassenen Sachverständigen, hat dies unter Umständen unangenehme Folgen für den Halter. Spätestens dann wird rechtlicher Rat benötigt. Dies lässt sich durch eine vorherige und bereits bei der Planung der Umbaumaßnahme des Kfz oftmals regeln. So entfallen spätere unangenehme Überraschungen.

Umbaumaßnahmen am Kfz und Steuern

Für Autos, welche ab 1. Juli 2009 zugelassen sind, gilt die Besteuerung nach dem jeweiligen CO2-Ausstoß und nicht mehr nach Hubraum. Bei dieser Art von baulicher Veränderung am Fahrzeug wird der CO2-Ausstoß erhöht. Demnach ändert sich auch für die so veränderten Fahrzeuge die Steuer. Wird also bei einem Umbau die Abgasmessung unterlassen und erfolgt keine entsprechender Eintrag, handelt es sich ggf. um Steuerbetrug.