Telefon-Sex-Betreiber verklagen Tele Pay USA wegen zu geringer Bezahlung

Ein großer amerikanischer Telefonsex-Anbieter, Tele Pay USA, wurde mitt einer Sammelklage vor dem Bundesgericht, wegen angeblichen Betrugs seiner Vertragsarbeiter angeklagt. Wie mehrere amerikanische Zeitungen berichteten, bietet die Klage einen seltenen Blick darauf, wie die Telefonsex-Industrie funktioniert und glauben Sie uns, beim Telefonsex ist nichts unmöglich– Dabei ist nichts wie die gemütliche Werbung, die Sie vor Jahren während des nächtlichen Fernsehens gesehen haben.

Nach Angaben der Zeitungen hat eine Tele Pay-Telefonsex-Arbeiterin, am Dienstag eine Klage im Namen einer potenziell größeren Gruppe von Arbeitern vor dem kalifornischen Gericht eingereicht. Diese behauptet, dass das Unternehmen ein „Muster der absichtlichen Manipulation und Ausbeutung“ betrieben hat, um Arbeiter um ihr Einkommen zu betrügen, und gegen den Fair Labor Standards Act verstoßen hat, indem es ihnen nur 4,20 Dollar pro Stunde gezahlt hat. Der Rechtsanwalt der Zivilkläger erklärte, dass diese Klage der erste Schritt sei, um auf die moderne Ausbeutung aufmerksam zu machen.

Die in Orlando lebende Klägerin, die seit 2008 für Tele Pay arbeitet, behauptet in ihrer Aussage, dass ihr Job darin besteht, Anrufe in Sex-Chat-Hotlines zu tätigen, wobei die Gebühr direkt an das Unternehmen geht. Sie hat oft Dutzende von sexuell eindeutigen Telefongesprächen pro Woche, je nach Auftrag und die Anrufe dauern durchschnittlich etwa sechs Minuten. Die Klägerin behauptet, dass ihr 10 Cent pro Minute – oder $6 pro Stunde – gezahlt werden, aber wenn der Durchschnitt unter sechs Minuten sinkt, fällt ihr Satz angeblich auf 7 Cent pro Minute, für einen Gesamtstundenlohn von $4,20. Tele Pay berechnet seinen Anrufern jedoch $5 pro Minute und bringt bis zu $300 pro Stunde von der Arbeit der Telefonsexarbeiter ein, laut der Klageschrift.

In der Klage wird behauptet, dass Tele Pay „drakonische Maßnahmen“ anwendet, um seinen Mitarbeitern die Bezahlung vorzuenthalten, indem sie Anrufe, die nie von Kunden verifiziert werden – wie z.B. Streich- und stille Anrufe – in den Durchschnitt der Anrufe der Arbeitnehmer einbezieht. Darüber hinaus macht es das Unternehmen den Arbeitnehmern schwer, ihre Gesprächszeiten zu verfolgen, und die Arbeitnehmer erhalten keine Überstundenvergütung. Die Sammelklage zielt auf unbezahlte Stundenlöhne ab, die drei Jahre zurückliegen.